September 13, 2020

Diese Woche war ziemlich ereignisreich. Die Schwiegereltern waren zu Besuch und wir haben uns an den Strand in Kijkduin und Scheveningen begeben, haben die Innenstädte von Den Haag, Amsterdam und Delft besucht, lecker im Rodizio Scheveningen gegessen und eine anständige Radtour unternommen. Gestern und heute haben wir es also ruhiger angehen lassen und uns ausgeruht.

Update: Da mich einige angeschrieben haben, warum wir denn noch am Strand herumgelaufen sind: erstens sind wir unter der Woche da gewesen und haben sehr darauf geachtet den Mindestabstand einzuhalten. Zweitens haben wir im Restaurant reserviert und die geltenden Hygiene-Maßnahmen eingehalten. Und drittens sind wir immer dann ausgewichen oder haben einen Umweg gemacht, wenn wir viele Leute gesehen haben.

Radfahren, Apfelkuchen und brasilianisch Rodizio

Nachdem wir am Mittwoch in Amsterdam waren, haben wir es den Donnerstag etwas ruhiger angehen lassen. Nach dem ausgiebigen Frühstück haben wir eine ausgedehnte, langsame Radtour unternommen und sind am Spätnachmittag im Ausflugslokal Meijendel eingekehrt. Bei leckerem Apfelkuchen mit Sahne lässt sich es gut Pause machen.

Scheveningen Strand
Scheveningen Strand

Anschließend ging es weiter durch die Dünen in Richtung Scheveningen Pier. Dort sind wir die neue Strandpromenade entlang gelaufen. Sehr beeindruckend was die Stadt in den letzen 6 Monaten so hingezaubert hat. Im Winter war das alles noch Baustelle und mit Bauzaun abgesperrt. Doch jetzt sind da einige neue Geschäfte und Restaurants drin und im Hintergrund kann man ein weißes Gebäude erkennen. Das ist auch neu, allerdings konnte man es noch nicht betreten und es stand auch nicht dran, was da mal reinkommt. Lassen wir uns überraschen.

Kurhaus von Scheveningen
Scheveningen Kurhaus

Nach dem langen Spaziergang auf der Promenade und dem Pier sind wir ins Rodizio eingekehrt, lecker brasilianisch Essen. Rodizio funktioniert so, dass man seinen Marker am Tisch auf Grün dreht und immer dann, wenn ein Kellner mit einem Spieß voller leckerer gegrillter Fleischspezialitäten vorbeikommt, einem davon etwas abschneidet. Super! Aber es gibt nicht nur Steak, Schwein, Hähnchen, Pute, Würstchen, sondern alles auch noch mal in Bacon eingerollt und auch gegrillte Ananas mit Zimt und Zucker. Es lohnt sich! All you can eat für einen angemessenen Preis. Hatte das Glück, Gutscheine über Social Deal zu bekommen.

Nebendran das schöne Kurhaus mit dem tollen Springbrunnen. Super Essen, super Aussicht, lecker Bier, ein wirklich toller Abend.

Innenstand von Delft und Radtour

Am nächsten Tag, Freitag Vormittag, sind wir mit dem Bus nach Delft gefahren. Meiner Meinung nach eine der schönsten Innenstädte die wir bisher in den Niederlanden gesehen haben.

Das Rathaus von Delft
Rathaus in Delft

Ich habe es versucht, es gerade zu fotografieren. Doch irgendwie kommt es immer schief drauf. Egal wie man es ausrichtet.

Viele kleine und große Geschäfte, alles nah bei einander und nicht so überfüllt und überlaufen wie in Den Haag oder Amsterdam. Vor allem die nähe der Geschäfte und der Tolle Platz an der Niewe Kerk mit dem Rathaus von Delft sind einen Besuch wert. Wer dann noch Delfter Porzellan kaufen möchte, kommt voll auf seine Kosten.

3000km mit Fahrrad gefahren
Die 3000km Marke überschritten.

Im Anschluss an den Besuch in Delft sind wir dann Nachmittags mit dem Rad durch das Midden-Delfland geradelt und mittendrin, tada!, die 3000 km Marke geknackt. Ich finde, das ist schon eine ganz ordentliche Leistung seit April 2019, wenn man bedenkt, dass ich in den 10  Jahren zuvor nicht mal 1000 km mit dem Rad geschafft habe. Aber das Radfahren ist hier so allgegenwärtig und durch die vielen Radwege so sicher, dass es einfach Spaß macht und man häufig auch viel schneller am Ziel ist.  

Das Wochenende

Das Wochenende wird jetzt zum Erholen benutzt. Nach all den vielen Ausflügen und Spaziergängen, genießen wir noch ein wenig Sonnenschein im Garten.

Der Aufreger der Woche

Der Aufreger der Woche ist eher kein Aufreger, sondern mehr Kopfschütteln über das aktuelle Vorhaben unserer Bundesregierung, bzw. unseres Verteidigungsministeriums, die Dienstgrade in der Bundeswehr zu gendern. Das brauchen wir nicht!

Meine bessere Hälfte ist im Zuge der Diskussionen um die Genderesierung auf einen Beitrag in Facebook von einer Frau Oberleutnant gestoßen:

Ich bin Oberleutnant Wiebke Hönicke, stolz auf meinen Dienstgrad und die Uniform die ich jeden Tag zusammen mit meinen Kameraden trage. Die Uniform kennt keine Hautfarbe oder Geschlecht, jeder ist gleich, jeder ist Kamerad. Sie vereint uns, genauso wie der Dienstgrad, der für jeden der gleiche ist. Der einzige Unterschied ist das „Frau“ oder „Herr“ vor dem entsprechenden Dienstgrad. Die Bundeswehr lebt davon, dass wir Soldaten Kameradschaft und Einigkeit leben – zu jeder Zeit. Für mich haben gegenderte Dienstgrade nichts mit #Feminismus, #Emanzipation oder #Gleichberechtigung zu tun! Im Gegenteil: Gleichberechtigung bedeutet für mich, dass der Dienstgrad nicht in Geschlechtern unterscheidet, sondern dass es um die gleichen Rechte und Pflichten geht.🇩🇪🎗 Quelle: Facebook Olt Wiebke Maria Jasmina

Dem Text kann ich mich nur anschließen und bin ebenfalls der Meinung, dass es unnötig ist. Es gibt wirklich dringendere Baustellen in der Bundeswehr, um die man sich kümmern sollte. Die Gorch Fock, den Panzer Leopard 2, den Hubschrauber Tiger, das Transportflugzeug A400M, das Sturmgewehr G36 und allen voran die persönliche Ausrüstung der Kammeraden_innen (siehe auch Deutsche Welle).

Außerdem finde ich es ziemlich dreist, so eine Entscheidung einfach über den Kopf der eigenen “Belegschaft” hinweg zu treffen. Die große Mehrheit der Frauen in der Bundeswehr findet das nicht gut und würde sich dadurch eher noch benachteiligt sehen. Wahrscheinlich auch dadurch, dass nicht alle Dienstgrade, sondern nur ein kleiner Teil gegendert werden soll.


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