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Carstens Blog

Schlagwort: Digitalcourage

Nichts zu verbergen?

Ein bunter Strauß von Erwiderungen auf einen gefährlichen Aberglauben.

Wer Sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von Überwachung beschäftigt, hört eine Erwiderung wieder und wieder. So unreflektiert sie ist, so hartnäckig hält sie sich. Und ich habe wirklich die Nase voll von dem Satz. Denn das Sprichwort „Ich habe nichts zu verbergen“ ist vieles, nur nicht zutreffend: 

Ich empfinde diesen Spruch als ziemlich unlogisch und habe Dir deshalb mal die 10 Punkte aus dem Flyer von digitalcourage aufgeschrieben.


  1. Es ist falsch: Oder warum machen Sie die Klotür hinter sich zu?
  2. Es ist dumm: Denn es missachtet den Zusammenhang zwischen Freiheit, Geheimnissen und Machtverhältnissen: Jemand,der alles über uns weiß, kann uns leicht erpressen.
  3. Es ist rückwärtsgewandt: Was heute gesellschaftlich akzeptiert ist, könnte Sie schon morgen in Schwierigkeiten bringen. Oder hätten Sie vor 20 Jahren gedacht, dass Ihre Krankenkasse Ihre Beiträge mal von Ihren Ernährungsgewohnheiten abhängig machen könnte?
  4. Es ist geschichtsvergessen: Denn es lässt die Folgen radikaler Regierungswechsel außer Acht. Die deutsche Geschichte zeigt, dass gesammelte Informationen über die Bevölkerung in den Händen von radikalen Regimen ein erschreckendes Missbrauchspotential entfalten
  5. Es ist unlogisch: Es impliziert: Wenn Sie etwas zu verbergen haben, haben Sie etwas Falsches getan, was Sie jetzt verheimlichen müssen. Das ist ein weit verbreiteter logischer Fehlschluss (Inversionsfehler): Auch wenn kriminelle Machenschaften im Verborgenen stattfinden, bedeutet das noch lange nicht, dass alles, was verborgen bleibt, auch kriminell ist.
  6. Es stigmatisiert: Denn es vermittelt, dass Sie sich einer Norm unterwerfen müssen, um toleriert zu werden. Wer „komische“ Sachen im Bett macht, Haschisch raucht oder eine Liebesaffäre hat, wird in einen Topf mit Kriminellen geworfen.
  7. Es ist unsolidarisch: Je mehr Menschen glauben, dass sie nichts zu verbergen hätten, desto verdächtiger wird es, überhaupt Geheimnisse zu haben.
  8. Es ist naiv: Eine einzelne Information wie z. B. Ihr Geburtsdatum oder Ihr Hobby mag harmlos sein. Aber aus vielen solchen Daten konstruieren Unternehmen zu Werbezwecken heute schon Profile, um Ihr Verhalten vorauszusagen und zu manipulieren. Das Missbrauchspotential (z.B. für Heiratsschwindler, Stalkerinnen oder sexuelle Gewalttäter) wird maßlos unterschätzt.
  9. Es verhindert Widerstand: Wer sein ganzes Leben offenlegt und sich damit erpressbar und manipulierbar macht, wird es später schwer haben, sich gegen undemokratische oder unmenschliche Autoritäten zu wehren.
  10. Es ist ignorant: Geheimnisse — das wissen nicht nur Jugendliche in der Pubertät — sind entscheidend für unsere Identitätsfindung. Gerade, um den vielen unterschiedlichen Rollen im Alltag gerecht zu werden, müssen wir selbst entscheiden, wer was über uns erfährt. Oder wollen Sie, dass Ihr Chef weiß, dass Sie wegen einer Pilzinfektion zum Arzt mussten? 

Es lohnt sich wirklich digitalcourage zu unterstützen. Auch ich bin seit knapp einem halben Jahr Mitglied im Verein digitalcourage. Ich finde Datenschutz wichtig und richtig. Wenn auch Du etwas zu verbergen hast, dann werde doch auch Mitglied.

Staatstrojaner stoppen!

Überwachung bringt keine Sicherheit. Freiheit und Demokratie bringen
Sicherheit – und werden durch den Einsatz von Staatstrojanern
ausgehöhlt. Damit haben wir hunderttausende Menschen erreicht und über
die Gefahren von staatlichem Hacking aufgeklärt.

Eine tolle Erklärung von padeluun in der Tagesschau (Video schnell laden bevor es de-publiziert wird).

Unterstütze auch Du die Petition gegen den Staatstrojaner!

 

Wochenrückblick 2018/25

Die letzte Woche war echt anstrengend. Nicht nur das die Kirmes mir am Montag und Dienstag noch mal die Nerven geraubt hat. Musikrepertoire mit höchstens 10 Titeln immer wieder rauf und runter, nein auch diverse Fussballfans meinten mit ihrem Fussballpatriotismus jeden und alles für die WM überzeugen zu müssen.Unter dem Trubel der Fussball-WM hat der Rechtsausschuss für die Upload-Filter gestimmt. Doch trotz verlorener Abstimmung ist es noch nicht zu spät. Bis zum 4. Juli können wir unseren EU-Abgeordneten noch deutlich machen, dass diese Gesetze falsch sind!

An das EU-Parlament: Nein zu Uploadfiltern! Ein guter Kommentar dazu ist gestern auf Heise.de erschienen.

Safari soll in Zukunft anzeigen, ob ein Passwort doppelt verwendet wurde und warnt den Nutzer entsprechend. Ist eine gute Sache!

Da haben die USA echt was richtig tolles gemacht: Erste Kinder von Eltern trennen und es dann nicht auf die Reihe bekommen, diese wieder zu ihren Eltern zuräckzubringen. Ganz großes Kino: Die Zuordnung der von ihren Eltern getrennten Kinder ist ein Labyrinth.

Die Wahl in der in der Türkei ist, wie am Donnerstag fälschlicherweise schon bekanntgegeben, leider wie erwartet nicht gut ausgegangen. Der neue und alte Präsident der Türkei hat nun mehr Macht als zuvor und tut dem Land nicht gut.

Aber in Deutschland sieht es irgendwie auch nicht besser aus. Wenn die Damen und Herren erneut nicht miteinander arbeiten können, verprassen die Politiker unsere Steuergelder mit Privatjets zum Papst.

Vom #BAMF Skandal ist gar nichts übrig geblieben.

Und dann war da noch ein 48 Tonnen Kran aus Stuttgart der in Alexandria wiedergefunden wurde. Wie der wohl dahin gekommen ist?

Die Wochentage müssen dringend überarbeitet werden. Allerdings wird es bei den vielen „Dienstagen“ schwierig, Termine zu vereinbaren.

Und ein Lenovo Thinkpad X230 (12″ IPS matt, i5-3320M, 8GB, 250GB SSD) hat den Weg in meine Sammlung gefunden. Da läuft nun ein Manjaro mit i3wm drauf und ist richtig, richtig schnell.

 

Vorratsdatenspeicherung? NEIN DANKE!

Vorratsdatenspeicherung? NEIN DANIKE!

ich habe gerade die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung mit meiner Unterschrift unterstützt. Damit diese Klage auch politisches Gewicht entfaltet, unterzeichne bitte auch du für ein freies Leben gegen Überwachung.
Hier geht’s lang: https://digitalcourage.de/weg-mit-vds

GO GO GO!

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