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Tag: 28. Dezember 2018

Nichts zu verbergen?

Ein bunter Strauß von Erwiderungen auf einen gefährlichen Aberglauben.

Wer Sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von Überwachung beschäftigt, hört eine Erwiderung wieder und wieder. So unreflektiert sie ist, so hartnäckig hält sie sich. Und ich habe wirklich die Nase voll von dem Satz. Denn das Sprichwort „Ich habe nichts zu verbergen“ ist vieles, nur nicht zutreffend: 

Ich empfinde diesen Spruch als ziemlich unlogisch und habe Dir deshalb mal die 10 Punkte aus dem Flyer von digitalcourage aufgeschrieben.


  1. Es ist falsch: Oder warum machen Sie die Klotür hinter sich zu?
  2. Es ist dumm: Denn es missachtet den Zusammenhang zwischen Freiheit, Geheimnissen und Machtverhältnissen: Jemand,der alles über uns weiß, kann uns leicht erpressen.
  3. Es ist rückwärtsgewandt: Was heute gesellschaftlich akzeptiert ist, könnte Sie schon morgen in Schwierigkeiten bringen. Oder hätten Sie vor 20 Jahren gedacht, dass Ihre Krankenkasse Ihre Beiträge mal von Ihren Ernährungsgewohnheiten abhängig machen könnte?
  4. Es ist geschichtsvergessen: Denn es lässt die Folgen radikaler Regierungswechsel außer Acht. Die deutsche Geschichte zeigt, dass gesammelte Informationen über die Bevölkerung in den Händen von radikalen Regimen ein erschreckendes Missbrauchspotential entfalten
  5. Es ist unlogisch: Es impliziert: Wenn Sie etwas zu verbergen haben, haben Sie etwas Falsches getan, was Sie jetzt verheimlichen müssen. Das ist ein weit verbreiteter logischer Fehlschluss (Inversionsfehler): Auch wenn kriminelle Machenschaften im Verborgenen stattfinden, bedeutet das noch lange nicht, dass alles, was verborgen bleibt, auch kriminell ist.
  6. Es stigmatisiert: Denn es vermittelt, dass Sie sich einer Norm unterwerfen müssen, um toleriert zu werden. Wer „komische“ Sachen im Bett macht, Haschisch raucht oder eine Liebesaffäre hat, wird in einen Topf mit Kriminellen geworfen.
  7. Es ist unsolidarisch: Je mehr Menschen glauben, dass sie nichts zu verbergen hätten, desto verdächtiger wird es, überhaupt Geheimnisse zu haben.
  8. Es ist naiv: Eine einzelne Information wie z. B. Ihr Geburtsdatum oder Ihr Hobby mag harmlos sein. Aber aus vielen solchen Daten konstruieren Unternehmen zu Werbezwecken heute schon Profile, um Ihr Verhalten vorauszusagen und zu manipulieren. Das Missbrauchspotential (z.B. für Heiratsschwindler, Stalkerinnen oder sexuelle Gewalttäter) wird maßlos unterschätzt.
  9. Es verhindert Widerstand: Wer sein ganzes Leben offenlegt und sich damit erpressbar und manipulierbar macht, wird es später schwer haben, sich gegen undemokratische oder unmenschliche Autoritäten zu wehren.
  10. Es ist ignorant: Geheimnisse — das wissen nicht nur Jugendliche in der Pubertät — sind entscheidend für unsere Identitätsfindung. Gerade, um den vielen unterschiedlichen Rollen im Alltag gerecht zu werden, müssen wir selbst entscheiden, wer was über uns erfährt. Oder wollen Sie, dass Ihr Chef weiß, dass Sie wegen einer Pilzinfektion zum Arzt mussten? 

Es lohnt sich wirklich digitalcourage zu unterstützen. Auch ich bin seit knapp einem halben Jahr Mitglied im Verein digitalcourage. Ich finde Datenschutz wichtig und richtig. Wenn auch Du etwas zu verbergen hast, dann werde doch auch Mitglied.

Weihnachten

Die Weihnachtsfeiertage sind vorüber und uns hat ein wenig der Alltag wieder. Nach über 700 km Autobahn sind wir nämlich wieder zu Hause und bereits uns auf den Umzug vor. Da wird noch Wäsche gewaschen, Pakete von der Post abholen und liegengebliebenen Papierkram erledigen.

In einem Paket waren auch meine neuen Schuhe drin. Ich habe nämlich total verpennt, mir für diesen Winter mal anständige Winterschuhe zu besorgen. Meine Schuhe von Geox sind gut, aber nicht wirklich winterfest. Also habe ich mit jetzt ein Paar von Rieker zugelegt. Diese auch gleich mit Schuhpflege eingerieben und poliert. Zum Einlaufen bin ich aber noch nicht gekommen. Das erledige ich aber noch vor Silvester.

Und weil ich eigentlich das ganze Jahr über das „sortier doch mal die Papiere“ verschoben habe, habe ich das diese Tage jetzt mal endlich erledigt. In aller Ruhe und mit Sorgfalt werden die Dokumente eingescannt, korrekt benannt und wegsortiert. So habe ich ein digitales Archiv in dem ich schnell und zuverlässig suchen kann.

Nebenher werden die Geschenke und Süßigkeiten verputzt. Aber immerhin gab es dieses Jahr nicht so viele Süßigkeiten. Von einer Familiensippe gab es dieses Jahr einen Beutel mit Obst. Bananen, Äpfel, Kiwi und Mandarinen. Sehr lecker und gesund (sagt man ja).

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