Keiner will mehr „simsen“ – der klassische SMS stirbt aus

Infografik: Auslaufmodell SMS | Statista

Quelle: Statista

Zehn Milliarden SMS haben die Deutschen laut Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr verschickt, das entspricht einem Rückgang von rund 21 Prozent. Das Kurznachrichtenvolumen ist seit 2013 stark rückläufig. 2012 waren es mit 59,8 Milliarden noch fast fünfmal so viele Kurznachrichten.

Woran das das wohl liegt? Vielleicht am Preis? Oder daran, dass man über den SMS nie Bilder verschicken konnte und der Freund MMS einfach unverschähmt viel Geld kostet? Eine SMS kostet auch heute, nach über 25 Jahren immer noch 9ct pro Nachricht und das bei nur 160 Zeichen. Da kann mittlerweile Twitter mehr :-). Eine MMS kostet da bisweilen 39ct und mehr für Bilder und Videos bis 300kb. Man stelle sich nur mal vor, die Videos die man in WhatsApp verschickt würden über MMS verschickt werden. Das sind dann mal schnell 3-10MB pro Video und die Kosten belaufen sich auf 4 bis 12 Euro. Pro Video wohlgemerkt!

Dann kam Google und wollte mit den RCS (Rich Communications Services) eine Alternative anbieten die keine ist. Denn hier wird ebenfalls relativ viel Geld verlangt und die Funktionen sind je nach Gerät verfügbar oder nicht (Telekom Übersicht) und dann kommt es immer noch darauf an, welchen Vertrag man hat mit welchen Inklusivleistungen etc. pp. Da blickt doch keiner mehr durch! Da ist es schon mal gut, dass das zuschalten der Kamera (in den meisten Fällen) kostenfrei ist. Ich will mir gar nicht ausdenken, welchen Stress das in den Familien verursacht, wenn die Kinder den Eltern und Großeltern erklären müssen, mit welchen Gerät was funktioniert und wie viel das dann kostet. Dann doch lieber Facebook-Messenger oder WhatsApp.

Und jetzt wo wir im Ausland unterwegs sind, wird das alles ja nicht besser. Wer weis denn schon, ob die belgischen oder niederländischen Anbieter ebenfalls RCS unterstützen und ob die Übergabe in das deutsche Netz einwandfrei funktioniert. Und was das alles kostet? Mich würde wundern, wenn in Zeiten von Threema, iMessage, WhatsApp, Facebook-Messenger und Co überhaupt irgendeiner diesen Dienst der Telefonanbieter nutzt.

3 Kommentare

  1. Der letzten SMS-Userin, die ich kannte, habe ich vor einem Jahr einen Messenger eingerichtet. Seither gibt es SMS ausgelöst von Apple wenn „mal wieder“ ein bereits bekanntes Gerät aus neu entdeckt und Facetime und Co. hinzugefügt wird – sehr ärgerlich bei drei Geräten an die das jeweils verschickt wird. Oder von der Telekom selbst, da isses wenigstens kostenlos. Ach ja – und auch schon mal für die Zwei-Phasen-Authentifizierung. Lästig deshalb, weil meine PrePiad-LTE-Card kein SMS-Kontingent hat.

    Statt aber eine Alternative zu entwickeln, um aus der Gans die goldene Eier legt in der Zeit vor den Smartphones eine kostengünstige und brauchbare Alternative zu entwickeln, hat sich nur Apple bewegt und bietet mit iMessage einen Dienst an, der sogar kostenlos ist. Der Rest dachte wohl, dass man sich an der Entwicklung – mal wieder – nicht beteiligen muss, nur um am Ende dann rumzuheulen, dass ihnen die Einnahmen aus diesem Dienst weggebrochen sind.

    • Das mit dem bezahlen ist so eine Sache. Ich habe das Gefühl, dass die letzten drei SMS auf meiner Rechnung nach Einrichtung eines Telefon verschickt wurden. Leider gehen die ja ins Ausland oder sonstwo hin und kosten dann natuerlich. Nix mit Flat und so.

      Und weil ihnen die Einnahmen weggebrochen sind, sind die Datentarife nun sehr teuer. Irgendwas ist ja immer.

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