Neun Mal ist das erste Türchen des Blog-Adventskalenders geöffnet worden und ich bin zum sechsten Mal mit dabei. Der Dank vorab an Alex für Organisation und die Geduld, so viele Schreiberlinge zusammenzubringen. 

Auch in diesem Jahr sind mir viele Ideen im Kopf herumgespukt. Ich habe immer noch von den letzten Jahren die Rentierkacke (entschuldigt die Wortwahl) im Gedächtnis oder auch den leckeren Bierlikör auf der Zunge.

Aber heute möchte ich euch ein wenig über Gepflogenheiten und Traditionen der Belgier erzählen. Durch meinen neuen Arbeitsplatz sind wir nämlich knapp hinter die Grenze gezogen und dürfen die Bräuche und Speisen direkt vor der Haustür erleben. Und hier in Belgien wird Weihnachten und Co ein wenig anders wahrgenommen als in Deutschland.

In Belgien wird Weihnachten so wie wir es in Deutschland kennen, nur am 25. Dezember gefeiert. Die Geschenke werden auch nicht nur an Weihnachten, sondern schon in der Nacht des 5. Dezember, am Nikolausabend verteilt. Der Nikolaus, Sinterklaas genannt, reitet mit seinem Helfer, dem Schwarzen Peter (Zwarte Piet auf Flämisch, Père Fouettard auf Französisch) von Haus zu Haus und füllt die Stiefel. Ein guter Brauch ist es, dass die Kinder eine Wurzel in ihre Stiefel legen, für das Pferd vom Nikolaus. Ab und zu kann man in einigen Regionen auch als Beilage zum Stiefel ein Glas Bier finden. Dieses ist dann allerdings für seinen Helfer gedacht.

Der Weihnachtsabend wird wie in Deutschland auch, mit Krippenspiel, Prozession und Weihnachtsmärkten eingeleitet. Und am 25. Dezember kommen alle zusammen um das zu tun, was die am besten können: gutes Essen genießen. Das traditionelle belgische Weihnachtsessen besteht dabei aus einem drei Gänge Menü mit Wild, Braten oder Meeresfrüchten. Der Nachtisch ist, wie alles Süße in Belgien, sehr süß und ein Weihnachtsbaumstamm (kerststronk auf Flämisch / Bûche de Noël auf Französisch), ein Biskuitgebäck mit Schokolade das aussieht wie ein Holzklotz. Zu trinken gibt es meistens ein gutes Bier, wie zum Beispiel das extra zu Weihnachten gebraute Slaapmutske Winterbier.

Aber das sind nicht die einzigen Dinge die sich unterscheiden. Anders als in Deutschland, ist der 26. Dezember in Belgien kein Feiertag, sondern ein normaler Arbeitstag. Und an Sylvester geht es dann richtig los. Es wird viel gefeiert und die meisten gehen mit Freunden und Verwandten gut essen oder auf eine der großen Sylvester-Parties. Um Mitternacht gibt es dann nicht weniger als drei Küsschen auf die Wangen um sich viel Glück und Erfolg für das kommende Jahr zu wünschen. Der Neujahrstag wird traditionell mit der Familie verbracht und in einigen Regionen lesen die Kinder selbstgeschriebene Gedichte ihren Taufpaten oder Großeltern vor.

Mit dem Dreikönigstag (Driekoningen auf Flämisch / La fête des Rois auf Französisch) am 6. Januar endet dann das Weihnachtsfest in Belgien. Die Kinder ziehen verkleidet als Könige von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten und Geld. Also ganz wie in Deutschland auch. Die Bäckereien allerdings backen hier einen besonderen Kuchen, den Dreikönigskuchen (Koningentaart auf Flämisch / Galette des Rois aus Französisch), einen Marzipankuchen mit einer Pappkrone drauf und eingebackener Figur. Wer die Figur unter der Pappkrone findet, der darf den Tag über die Krone tragen und sich als König feiern lassen.


Und das soll es auch für heute erstmal wieder gewesen sein. Aber der Blog Adventskalender ist ja noch nicht vorbei. Wir sind zwar schon bei Tag 19, aber 5 Tage folgen noch. Wie es sich für eine Tradition gehört, musst Du allerdings selber herausfinden, bei wem es morgen weitergeht.

Entweder im Aquarium vom Teufel100, dem Hasen im Fenster von windowsbunny.de oder doch lieber in den Schubladen der Quetschkommo.de? Morgen früh solltest du einfach wiederkommen und es selbst herausfinden! Viel Spaß und eine schöne besinnliche Weihnachtszeit!

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