Blog Adventskalender 2017 – 19. Söckchen: Weihnachten in Belgien

Neun Mal ist das erste Türchen des Blog-Adventskalenders geöffnet worden und ich bin zum sechsten Mal mit dabei. Der Dank vorab an Alex für Organisation und die Geduld, so viele Schreiberlinge zusammenzubringen. 

Auch in diesem Jahr sind mir viele Ideen im Kopf herumgespukt. Ich habe immer noch von den letzten Jahren die Rentierkacke (entschuldigt die Wortwahl) im Gedächtnis oder auch den leckeren Bierlikör auf der Zunge.

Aber heute möchte ich euch ein wenig über Gepflogenheiten und Traditionen der Belgier erzählen. Durch meinen neuen Arbeitsplatz sind wir nämlich knapp hinter die Grenze gezogen und dürfen die Bräuche und Speisen direkt vor der Haustür erleben. Und hier in Belgien wird Weihnachten und Co ein wenig anders wahrgenommen als in Deutschland.

In Belgien wird Weihnachten so wie wir es in Deutschland kennen, nur am 25. Dezember gefeiert. Die Geschenke werden auch nicht nur an Weihnachten, sondern schon in der Nacht des 5. Dezember, am Nikolausabend verteilt. Der Nikolaus, Sinterklaas genannt, reitet mit seinem Helfer, dem Schwarzen Peter (Zwarte Piet auf Flämisch, Père Fouettard auf Französisch) von Haus zu Haus und füllt die Stiefel. Ein guter Brauch ist es, dass die Kinder eine Wurzel in ihre Stiefel legen, für das Pferd vom Nikolaus. Ab und zu kann man in einigen Regionen auch als Beilage zum Stiefel ein Glas Bier finden. Dieses ist dann allerdings für seinen Helfer gedacht.

Der Weihnachtsabend wird wie in Deutschland auch, mit Krippenspiel, Prozession und Weihnachtsmärkten eingeleitet. Und am 25. Dezember kommen alle zusammen um das zu tun, was die am besten können: gutes Essen genießen. Das traditionelle belgische Weihnachtsessen besteht dabei aus einem drei Gänge Menü mit Wild, Braten oder Meeresfrüchten. Der Nachtisch ist, wie alles Süße in Belgien, sehr süß und ein Weihnachtsbaumstamm (kerststronk auf Flämisch / Bûche de Noël auf Französisch), ein Biskuitgebäck mit Schokolade das aussieht wie ein Holzklotz. Zu trinken gibt es meistens ein gutes Bier, wie zum Beispiel das extra zu Weihnachten gebraute Slaapmutske Winterbier.

Aber das sind nicht die einzigen Dinge die sich unterscheiden. Anders als in Deutschland, ist der 26. Dezember in Belgien kein Feiertag, sondern ein normaler Arbeitstag. Und an Sylvester geht es dann richtig los. Es wird viel gefeiert und die meisten gehen mit Freunden und Verwandten gut essen oder auf eine der großen Sylvester-Parties. Um Mitternacht gibt es dann nicht weniger als drei Küsschen auf die Wangen um sich viel Glück und Erfolg für das kommende Jahr zu wünschen. Der Neujahrstag wird traditionell mit der Familie verbracht und in einigen Regionen lesen die Kinder selbstgeschriebene Gedichte ihren Taufpaten oder Großeltern vor.

Mit dem Dreikönigstag (Driekoningen auf Flämisch / La fête des Rois auf Französisch) am 6. Januar endet dann das Weihnachtsfest in Belgien. Die Kinder ziehen verkleidet als Könige von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten und Geld. Also ganz wie in Deutschland auch. Die Bäckereien allerdings backen hier einen besonderen Kuchen, den Dreikönigskuchen (Koningentaart auf Flämisch / Galette des Rois aus Französisch), einen Marzipankuchen mit einer Pappkrone drauf und eingebackener Figur. Wer die Figur unter der Pappkrone findet, der darf den Tag über die Krone tragen und sich als König feiern lassen.


Und das soll es auch für heute erstmal wieder gewesen sein. Aber der Blog Adventskalender ist ja noch nicht vorbei. Wir sind zwar schon bei Tag 19, aber 5 Tage folgen noch. Wie es sich für eine Tradition gehört, musst Du allerdings selber herausfinden, bei wem es morgen weitergeht.

Entweder im Aquarium vom Teufel100, dem Hasen im Fenster von windowsbunny.de oder doch lieber in den Schubladen der Quetschkommo.de? Morgen früh solltest du einfach wiederkommen und es selbst herausfinden! Viel Spaß und eine schöne besinnliche Weihnachtszeit!

Wenn Dir der Beitrag gefallen, vielleicht magst Du ihn teilen? Danke!

14 Kommentare

    • So richtig weihnachtlich will das bei dem Wetter ja auch noch nicht werden. Schnee war schön und jetzt nur noch Regen und Nieselwetter. Vielleicht feiern wir noch ein zweites Mal. Oder aber, nächstes Jahr gibt es dann was aus einem nächsten Land :)

  1. Danke für dein interessantes Söckchen. Am Besten gefiel mir das Bier neben dem Stiefel! :D
    Na dann feiert mal weiterhin schön in Belgien bis zum Dreikönigstag und ich wünsche Euch zuerst einmal ein schönes Weihnachtsfest und anschließend einen guten Rutsch in ein gesundes 2018!

    • Hallo Alex,

      keine Ursache. Wir müssen Dir ja dankbar sein, für die tolle Organisation und Co. Bier werden wir auch noch zur Genüge hier probieren. Es gibt so viele leckere Sorten. Viel feiern werden zusammen mit der Familie. Dir auch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

  2. Hallo Carsten
    Ein wirklich sehr interessantes Stöckchen. Ich reise unheimlich gerne. Und darum interessieren mich die Bräuche von anderen Länder ungemein.
    Genial, wie verschieden Weihnachten auf unserer schönen Welt gefeiert wird.
    Ich schicke dir gaaaanz liebe Weihnachtsgrüße vom dick verschneiten Norden Österreichs nach Belgien
    Lg
    Nila

    • Hallo Nila, sorry für die späte Antwort. Ja das mit Weihnachten und auch den anderen Bräuchen und Tradition in den Ländern ist schon interessant. Europa ist so klein und wir sind so nah beieinander, dennoch sind wir so verschieden!

      Ebenfalls super schöne Grüße nach Österreich!
      lg Carsten

  3. Hallo Carsten,

    schöne Tradition da in Belgien.

    Als ich vor Jahre mal in Belgien war, habe ich auch diesen Kuchen gegessen und habe die Figur fast verschluckt, weil mir keiner was gesagt hat.

    Und im Anschluss musste ich Krone tragen – den ganzen Tag – in allen Terminen! Schien aber dort ganz normal zu sein! ;-)

    Also auch dir und deiner Familie frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

    Gruß
    Matthias

    • Hi Matthias,

      das mit der Figur ist natürlich nicht so schön, also das mit dem verschlucken. Aber ansonsten scheinst Du es ja genossen zu haben. Wir haben den Kuchen noch vor uns und werden ihn auf jeden Fall in einer den vielen Bäckereien hier am Platz kaufen. Mal schauen wer von uns dann die Krone tragen darf :-)

      Das Du die Krone dann aber auch wirklich überall hast tragen müssen ist ja lustig. Aber wenn das alle OK finden, dann scheint es ja wirklich „normal“ gewesen zu sein.

      Dir und Deiner Familie ebenfalls frohe Weihnachten und ebenfalls einen guten Rutsch!

      lg Carsten

  4. Die eingebackene Figur kenne ich auch. In meiner Heimat im Südschwarzwald gibt es die Neujahrsbrezeln (riesig und aus süßem Teig) manchmal mit eingebackenen Figuren. Und in der benachbarten Schweiz haben wir in der Kindheit die Brezeln mit 5 Franken-Stücken bekommen.

    LG
    Daggi

Kommentare sind geschlossen.