„Den Kunden für dumm verkauft“ – sagt die Verbraucherzentrale

Die Telekom hat in den letzten Tage Post verschickt. Es geht um den Premium-Dienst Spotify und wie die Telekom/T-Mobile das in Zukunft handhaben wird. Bisher konnte man nämlich für ca. 10 Euro im Monat Spotify über seine Mobilfunkrechnung bezahlen und bekam einen Spotify-Premium-Account der das monatliche Datenvolumen nicht belastet und nicht gedrosselt wurde. Doch das soll sich jetzt ändern.

Verbraucherzentrale-Sachsen:

Anbieter von Internetzugangsdiensten müssen ab diesem Datum den gesamten Internetverkehr gleich behandeln – ohne Diskriminierung oder Störung, unabhängig von Sender und Empfänger und unabhängig von den Inhalten. Das hat auch zur Folge, dass etwa Streamingdienste, aber auch jegliche andere Online-Dienste wie Facebook keine Sonderbehandlung mehr bekommen dürfen.

Die Rede ist vom 30.April. Denn dann wird die Telekom die Gesetze zur Netzneutralität umsetzen. Die Nutzung von Spotify wird allerdings auch weiterhin nicht das Datenvolumen belasten, aber gedrosselt werden, sobald das Datenvolumen durch anderen Diensten verbraucht wurde. Hier will ich aber erwähnen, dass im Rahmen der Ankündigung zur Umsetzung der Regelungen am 30.April, die Telekom mein Datenvolumen um 1Gbyte und das meiner Family-Card um 500Mbyte erhöht hat. Einfach so! Und es wird vielen anderen Telekom-/T-Mobile-Kunden ähnlich ergangen sein. Also erstmal nicht so schlimm.

Verbraucherzentrale-Sachsen:

„Wenn nun die Telekom behauptet, dass sie mit der Änderung ihres Spotify-Modells dem neuen Netzneutralitätsgebot gerecht werden würde, wird wohl eher der Nutzer für dumm verkauft“, so Henschler. Denn die Behauptung könnte nur richtig sein, wenn sich das Streamen von Spotify auch bereits auf das Inklusivvolumens auswirkt. „Da das Inklusivvolumen aber nach wie vor von der Spotify-Nutzung ungeschmälert bleibt und erst dessen ohnehin erfolgende Drosselung auch Spotify verhindert, hat das mit Netzneutralität sehr wenig zu tun“, kritisiert Henschler.

Ich bin auch für Netzneutralität und vertrete die Meinung, dass alle Dienste die gleiche Behandlung bekommen sollen. Ich kann hier die Aussage der Frau Dr. Henschler nicht verstehen und behaupte einfach mal, dass die Telekom mit der neuen Regelung die richtige Entscheidung getroffen hat. Wer sein Datenvolumen aufgebraucht hat, wird gedrosselt. Egal welchen Dienst man benutzt. Solange das nicht geschehen ist, wird jeder Dienst gleich behandelt. Das hat nichts damit zu tun, ob der ein oder andere Dienst gegen das Datenvolumen angerechnet wird oder nicht.

Telekom-Sprecher Philipp Blank:

„Das ist aus unserer Sicht eine zulässige Tarifdifferenzierung und entspricht dem Wunsch unserer Kunden. Erst wenn ein Kunde das Datenvolumen mit anderen Internetdiensten wie Videos, Mails, Messaging aufgebraucht hat, ist auch Spotify betroffen. Das ist die technische Gleichbehandlung des Internetverkehrs, die die Verordnung fordert. Daran halten wir uns“, sagte Blank.

Ich zahle für meinen Spotify-Account. Und wenn die Telekom mit Spotify einen Deal hat, warum sollte man den nicht nutzen?  Wer nicht Telekom-Kunde ist, bekommt bestimmt diverse andere Vorteile von seinem Anbieter. Wenn es für Youtube oder WhatsApp eine solche Tarifoption gäbe, würde die mit Sicherheit ebenfalls von vielen Kunden gebucht werden.

Ich finde die Entscheidung der Telekom richtig und die Aussage der Verbraucherzentrale für übertrieben.

 

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