Warum hast Du das da ins Internet geschrieben?

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Nabend,

wir waren heute auf einer Geburtstagsparty bei Freunden und da wurde ich gefragt „Warum hast du das da ins Internet geschrieben? Sonst meckerst Du doch immer rum, dass wir das alles nicht machen sollen, dass wir aufpassen sollen und unsere E-Mails verschlüsseln sollen. Warum schreibst Du dann Tagebuch?“ (kein Zitat, frei wiedergegeben) – Nach kurzer Verwirrung wurde ich aufgeklärt, denn es geht um den Beitrag vom Samstag Samstag, verregnet.

Naja, was soll ich dazu sagen. Das sind so Sachen, die nicht geheim sind, oder, die ich in diesem Fall nicht verbergen wollte. Ich habe weder Personen genannt, noch habe ich Bilder von Personen unberechtigt veröffentlicht oder geteilt. Ich habe mich mit voller Absicht dazu entschieden, diese Informationen mit dem Internet, mit euch, zu teilen. Meine Freunde und Bekannte wissen das auch, dass ich in den Club gefahren bin um dort zu helfen. Warum auch nicht? „Ja aber warum sagst Du dann immer, wir sollen aufpassen und alles verschlüsseln?“ kam dann als nächste Frage hinterher.

Ich bin immer noch der Meinung, dass jeder Art von Kommunikation, sei es im Internet oder sonst wo, erst einmal auf verschlüsselten Pfaden wandern sollte. Sei es die Verschlüsselung von E-Mails, der Brief oder die Nachricht innerhalb eines dieser vielen Messenger die es mittlerweile gibt. Grundsätzlich sollte Kommunikation verschlüsselt und nicht öffentlich einsehbar sein – Punkt! Die Voreinstellung sollte sein, dass alles wie ein verschlossener Brief behandelt wird. Und zwar nach dem Postgeheimnis, dem Briefgeheimnis und dem Fernmeldegeheimnis. Eine Postkarte ist von jedem lesbar und sollte nicht der Standard sein wenn es um Kommunikation geht. Wenn ich dann aber doch etwas mit der Öffentlichkeit teilen will, dann sollte ich das explizit auswählen müssen und mit Absicht tun! Es sollte auf keinen Fall die Regel sein, sonder eher die Ausnahme. Die Ausnahme bildet leider das Artikel 10-Gesetz (Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz – G 10)).

So wie dieser Text hier. Das sind meine Gedanken die ich gerne mit der Welt teilen will. Wer auch immer das liest und wer auch immer meint, mir das irgendwie negativ auslegen zu müssen. Auf meinem Blog darf und kann ich doch schreiben wie ich möchte, oder? Solange ich niemanden verletze, beleidige oder gegen geltendes Recht verstoßen. Wem das nicht gefällt, der muss ja nicht wiederkommen. Ich zwinge ja schließlich niemanden, hier zu bleiben. 

Wie seht ihr das? Sollte man solche Texte wie den vom Samstag lieber lassen oder steht er im Widerspruch mit der Einstellung, dass Kommunikation generell verschlüsselt ablaufen sollte?

Bild von unsplash https://unsplash.com/photos/EvX8-J2ClMo/info

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10 Kommentare zu Warum hast Du das da ins Internet geschrieben?

  1. Daywalker sagt:

    Nun – ich verschlüssle nicht, ich benutze WhatsApp, bin kein Facebook-User, habe früher Texte über mich und mein Leben geschrieben, veröffentlicht und sogar in ein Buch gebannt, bin seit 11 Jahren Blogger und habe in der Zeit viel Privates geschrieben, genauso wie viele Geschichten, die so nie statt gefunden haben oder werden. Ich vermische das gerne, um das Bild, das man sich von mir machen kann, wenn man das will, so zu gestalten, wie es mir gefällt und ich habe damit auch manches Mal eine Desinformation verbunden, Warum? Nun – weil es Spass macht. Und warum ich nicht verschlüssle? Ich bin der Meinung, dass das ‚Briefgeheimnis‘ bereits besteht und es keine weitere Massnahmen braucht, um dies zu erhalten. Dass sich, wer auch immer das will, darüber hinweg setzt, ist illegal. Wer etwas über mich erfahren will, der kann mich fragen. Wenn er es auf einem anderen Weg tun will, wird er es sowieso tun – die Frage wird dann sein: Ist das was er erfahren hat, wahr oder nicht.

    Andererseits ist der Rückweg in die Anonymität nach 15 Jahren Internet und davor einigen Jahren Mailboxsysteme, eigentlich unmöglich. Am Anfang war es völlig egal, weil wir alle gierig waren – und so war der ‚Point of no return‘ schneller erreicht, als unser Hirn funktioniert hat. Ich weiss – Volker Birk würde mir hier widersprechen 😉

    Ich habe nur einen echten Grundsatz – ich schreibe nicht über die Familie.

    • Carsten sagt:

      Hi Daywalker,

      mit dem Point of No Return gebe ich dir recht. Als ich mit dem Internet angefangen habe, war auch ich gierig. Alles verschluesseln ist leider nicht moeglich. Zumindest in meinem Bekanntenkreis, wuerde ich da ziemlich alleine stehen, bzw stehe dort ziemlich alleine. Und es mangelt dort nicht unbedingt am technischen Verstaendniss. Aber ich kann zumindst darauf hinweisen, hier und dort doch ein wenig vorsichtiger zu sein. Und ja, wenn jemand Informationen bekommen will, dann holt er sich die auf vielen Wegen.

      Deinen Grundsatz finde ich gut und respektiere das.

  2. Daywalker sagt:

    By the way ist es schon ein wenig nervig, wenn ich bei jedem Beitrag den ich kommentiere, dann auch jedes Mal das dazugehörige Kommentarabo bestätigen muss 😉 (ref. Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren per E-Mail senden)

    • Carsten sagt:

      Hallo,
      naja wenn Du mir sagst wie man das abstellt, dann will ich das wohl gerne machen. Mich wuerde das auch stoeren.

      • Daywalker sagt:

        Gar nicht, wie ich gerade erfahren beim Eigentest erfahren habe. Und ich meine mich dinkel erinnern zu können, dass WP das aus irgendwelchen Gründen mal umgestellt hätte. Nun weiss ich wenigstens dass mein Blog das auch so macht und dass ich keine einstellung gefunden habe, mit der man das ändern könnte 🙁

      • Das ist dann irgendwie blöd. Allerdings sind die beiden Häckchen bei mir nicht ausgewählt. Aber ich bekomme so oder so immer zwei E-Mails. Einmal an mein Konto mit dem ich schreibe und einmal von dem Blog selber. Das nervt auch irgendwie.

      • Daywalker sagt:

        Vielleicht sollte man(n) doch mal im WP-Forum danach schauen? #FaulheitSiegt

      • Carsten sagt:

        Ja das kann sein. Vielleicht hilft das.

  3. offenesblog sagt:

    Das muss jeder für sich wissen, wer wie weit geht, oder eben nicht. Auf den Samstag-Artikel bezogen, ich hätte dies nicht öffentlich gemacht, da privat. Aber was für den einen privat ist, muss noch lange nicht das gleiche privat-Empfinden eines anderen sein. Wie gesagt, jedem das Seine! 🙂

    • Carsten sagt:

      Moin Alex,
      das stimmt. Jeder entscheidet das selber fuer sich, was privat und was oeffentlich ist. Die Angelegenheiten im Club/Vereinsheim sind nicht privat. Diese Informationen kann man auch woanders abgreifen und wer ein wenig recherchiert, der kann auch recht schnell herausfinden, dass ich da im Vorstand bin. Daher ist es wohl mehr Oeffentlichkeitsarbeit.

      Und ob ich jetzt Broetchen esse oder Brot, dass kann ruhig jeder wissen.

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