Amazon Echo – vom 1-Click zum 0-Click-Shopping

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Amazon bringt mit Amazon Echo kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, noch neue Hardware in Umlauf. Mit dem Slogan „always on – always there“ wird zumindest mir der Eindruck eines ständigen Aufpassers vermittelt. Die Personen die viel Wert auf Privatsphäre legen, werden wohl einen großen Bogen um die kleine schwarze Säule machen. Mit der XBox One hatte Microsoft schon ein ähnliches Problem.

Gut, ich bestreite nicht, dass mir das Gerät gefällt. Als Amazon-Prime-Kunde bekomme ich Echo-Alexa zum halben Preis von 99 Dollar. Ich kann dann auch meine Einkaufslisten direkt per Sprachbefehl befüllen oder wenn ich eine DVD bestellen will, Alexa dieses direkt mitteilen: „Alexa, please order the DVD ‚Cloudy with a chane of meatballs'“. Wenn alle richtig verstanden wurde, bekomme ich meine DVD innerhalb der nächsten zwei Tage geliefert. Die anderen Funktionen wie „Wie wird das Wetter“, „Wie viel Uhr ist es“, „Wann ist das Erntedankfest“ oder „Spiele meine Playlist“ kann Siri auch schon und bieten keinen wirklichen Mehrwert. Natürlich kann man nicht verpauschalisieren, denn jedes Gerät und System kann das Eine besser als das Andere.

Und genau hier ist doch das Problem. Es geht doch Amazon nicht darum dem Kunden ein schickes und hilfreiches Gerät zu liefern, es geht einzig darum, dem Kunden noch mehr Geld abzuknöpfen. Aus den 1-Click-Bestellungen werden 0-Click-Bestellungen. Nur mal angenommen, ihr habt Echo-Alexa zu Hause und eure Freunde erlauben sich einen Spaß mit dem Satz: „Alexa, please order the brand new PS4 including the an extra Controller“. Die 5 Minuten die Amazon braucht, um die Ware als verschickt zu markieren, kann man gar nicht abbrechen. Die Handlung „Einkaufen“ wird gar nicht mehr bewusst wahrgenommen. Alles wird irgendwie zum „am nächsten Tag geliefert“.

Für Amazon ist das natürlich nicht schlecht. Und wie gesagt, als Amazon-Prime-Kunde finde ich diese Idee auch gar nicht so schlecht. Was ich nicht gut finde, ist wie Amazon das Ganze umsetzt. Ich möchte bewusst Geld ausgeben! Denn wenn ich einfach nur so vor mich hinrede kann und sich meine Gedanken quasi von alleine vor meiner Haustür materialisieren, finde ich das schon ziemliche „creepy“.

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