App-Review: Hike Messenger

ch habe mit dem Team von Hike gesprochen und Sie haben mir vor ein paar Tagen einen Testzugang eingerichtet. Somit durfte ich Hike schon mal im Vorfeld für euch ausprobieren. Der WhatsApp-Killer (darf man denke ich ruhig sagen) ist noch nicht im deutschen ab Morgen den 5. Dezember im AppStore erhältlich. In den beiden anderen Stores, Windows Phone Marketplaceund im Google Play Store, kann man ihn aber schon herunterladen.

Hike ist ein schicker, schlichter und moderner Instant-Messenger. Die Entwickler haben sich sehr ins Zeug gelegt und wollen einen Teil vom Kuchen der Instant-Messenger abbekommen. Das könnte dadurch begünstigt werden, weil WhatsApp, der aktuelle Platzhirsch, sich in der letzten Zeit immer mehr Patzer geleistet hat. Die anderen Apps, Verbs und Glassboard, sind nicht so bekannt als das sie eine ernst zunehmende Konkurrenz darstellen. Und den Facebook-Messenger habe ich bisher auch nur auf einem Smartphone von einem Freund gesehen.

Was Hike auf Platz Eins der AppStore-Charts bringen könnte, ist die einfache Einrichtung und das Konzept mit dem die Entwickler Hike entworfen haben. Das schöne und aufgeräumte Interface, der Verzicht auf Passwörter und Benutzernamen und das kostenlose Austauschen von Nachrichten, Bildern, Emoticons und Videos wird mit Sicherheit eine große Anhängerschaft finden. Und ganz im Gegensatz zu WhatsApp kommunizieren die Entwickler sehr ausgiebig mit der Community, was hoffentlich auch in Zukunft weiterhin der Fall sein wird.

### Anmelden

Nach der Installation fragt Hike nach der Handynummer. Zur Aktivierung wird dann ein 6-stelliger Code per SMS verschickt, mit dem die App freigeschaltet wird. Ist das geschehen, wird um Zugriff auf das Adressbuch gebeten. Hike prüft dann wer von den eigenen Kontakten Hike benutzt und schickt eine Benachrichtigung an diese Personen.

Eines hat mir am Anmeldeprozess nicht so gut gefallen. Ich finde es OK wenn Hike Zugang zum Adressbuch haben will, irgendwo müssen die Nutzer ja gespeichert werden, aber ich finde es nicht so gut, dass alle Hike Nutzer in meinem Adressbuch automatisch eine Nachricht erhalten, dass ich jetzt auch Hike Nutzer bin. Hier hätte ich mir eine Abfrage gewünscht in der ich diese Benachrichtigungen anstoßen oder übergehen hätte können.

Der Versand der SMS kann sich ebenfalls ein wenig verzögern. Ich habe meine Handynummer mit führender Null eingetragen und es ohne versucht. Nicht immer hat es auf Anhieb geklappt. Also einfach versuchen. Aber nicht übertreiben. Gebt dem Dienst mindestens eine Minute Zeit. Eine Brief aus Indien kommt ja auch nicht an einem Tag an :-).

### Freunde einladen Einladen könnte ihr eure Freunde über die eingebaute “Tell a friend”-Funktion. Es stehen Facebook, Twitter, SMS und E-Mail zur Verfügung. Da ich kein Facebook mehr nutze, habe ich alle meine Einladungen per E-Mail und SMS verschickt. Für den Versand von SMS und E-Mail werden die iOS internen Funktionen benutzt. Für das Bekanntmachen per Tweet verlangt Hike allerdings Zugriff auf euren Twitter Account. Bei einem Klick auf das Facebook-Icon öffnet sich die Facebook-App, sofern installiert, und verlangt ebenfalls Zugriff auf eure *Allgemeinen Informationen*.

Hike Tell A Friend

Die Entwickler haben mir aber versichert, dass keinerlei Daten von Facebook oder Twitter für irgendwelche Werbezwecke benutzt werden. Man denke darüber nach, die Funktionen von iOS 6 zu nutzen und Hike dementsprechend zu ändern.

Das Einladen von Freunden per SMS kann benutzt werden, doch hat man hier in Deutschland keine kostenlosen SMS. Falls ihr doch per SMS Freunden von Hike erzählen wollt, wird die iPhone-Nachrichten-App benutzt. Diese SMS müsst ihr dann selber bezahlen.

### Nachrichten versenden Doch kommen wir zu dem, wofür Hike gemacht ist: dem versenden von Nachrichten. Nachdem wir alle unsere Freunde eingeladen haben, können wir entweder nur mit einer Person chatten oder aber mehrere Kontakte in einem Gruppenchat zusammenfassen. Toll ist auch die Offline-Funktion, mit der sich Nachrichten zwischenspeichern lassen, wenn ihr Mal kein Netz habt. Ebenfalls besser an Hike gefällt mir die Anzeige des Status einer Nachricht. Hike bietet hier vier Symbole an: * ein **S** mit Pfeil nach oben zeigt eine zu sendende Nachricht an * ein **D** mit Pfeil nach unten zeigt eine übermittelte Nachricht an und * ein Häkchen mit einem **R** eine empfangene Nachricht * die Tilde **~** zeigt an, dass die Nachricht nicht gesendet werden kann und gespeichert wurde. Es besteht also die Möglichkeit, auch im Tunnel und in der U-Bahn einige Nachrichten zu schreiben und sie schon mal “abzuschicken”, selbst wenn kein Empfang vorhanden ist. Solange Hike nicht komplett beendet wird, werden die Nachrichten, wenn wieder eine Verbindung besteht, automatisch im Hintergrund übermittelt. Eine solche Funktion kenne ich bisher von keiner anderen IM-App.

Emoticons

Der Text kann durch zahlreiche Emoticons aufgehübscht werden. Hier hebt sich Hike von den anderen Messengern ab. Es gibt eine eigene Sammlung von über 160 Emoticons für alle erdenklichen Situationen. Wem diese nicht ausreichen, der kann beim iPhone auf die vielen Emojis zurückgreifen. Denn diese sind auch ohne das Aktivieren der Emoji-Tastatur verfügbar. Allerdings werden die iOS Emojis auf anderen Geräten, wie dem Windows Phone zum Beispiel, nicht immer angezeigt. Dort kann es schon mal vorkommen, dass es nur Rechtecke gibt. Hier heißt es also aufpassen und nur die eingebauten von Hike benutzen. Die, und sind wir mal ehrlich, vollkommen ausreichen.

Hike Medien Arten

Wie oben schon erwähnt, lassen sich nicht nur Textnachrichten verschicken. Es können Bilder-, Audio- und Videodateien verschickt werden. Bilder und Videos können per Kamera aufgenommen oder aus den vorhanden ausgewählt werden. Audiodateien können nur direkt in der App aufgenommen werden. Diese werden dann als .m4a-Audio-File verschickt.

Mit Hike lassen sich auch Nutzer erreichen, die den Messenger nicht installiert haben. Das funktioniert über einen eigenen SMS-Gateway. Der SMS Empfänger antwortet dann einfach auf die SMS und die Antwort landet in Hike beim jeweiligen Nutzers. Das funktioniert (bisher) leider nur in Indien. Aber das Team arbeitet an einer Lösung.

Datenschutz

Der Datenschutz wird immer wichtiger und auch bei Hike sollte es nicht daran mangeln. Zwar gibt es noch keine Datenschutzerklärung auf der Webseite, aber anders als WhatsApp nutzt Hike nicht die IMEI und Telefonnummer zur Authentifizierung. Hike geht den sicheren Weg und benutzt eine komplett verschlüsselte Verbindung für den Austausch von Nachrichten.

Die Nachrichten werden (in Zukunft) per SSL übertragen und nicht auf den Servern von Hike zwischengespeichert. Wenn die Nachrichten auf dem Gerät gelöscht werden, sind diese weg! Solltet ihr keine Lust mehr auf Hike haben, dann könnt ihr euren Account innerhalb der App löschen und euch aller bisher verschickten Nachrichten entledigen.

Trotzdem solltet ihr ein gewisses Vertrauen den Entwicklern entgegenbringen. Immerhin wird das Adressbuch abgefragt um Freunde zu finden, die den Dienst ebenfalls nutzen.

Die Legal Terms sind leider nicht auf der Webseite verlinkt. Diese lassen sich nur am Anfang in der App lesen. Auch wenn sie nicht verlinkt sind, so stehen sie trotzdem online und können über den Link http://hike.in/terms/ aufgerufen werden.

Verfügbarkeit & Download

Die App gibt es bisher für Android und Windows Phone zum kostenfreien Download. Im deutschen App Store ist sie noch nicht vorhanden. Laut den Entwicklern, soll dieses aber nicht mehr allzu lang dauern.~~

Hike ist nun auch endlich im AppStore. Im laufe des Tages sollte die App im AppStore auftauchen und verfügbar sein.

Fazit

WhatsApp war gestern, Hike ist die Zukunft! Auch wenn das ein wenig hoch gegriffen daherkommt, so finde ich das Hike alle Dinge richtig gemacht hat, trotz der anfänglichen Startschwierigkeiten. Und heute soll es soweit sein. Ab dem 5. Dezember soll Hike im AppStore erscheinen und startet in Deutschland, der tschechischen Republik, Dänemark, Belgien und Luxemburg. Weitere Länder folgen in den nächsten 19 Tagen.

Die schicke und übersichtliche Oberfläche, der schnelle und reibungslose Versand von Dateien, sowie die verschlüsselte Übertragung sind die Stärken der App. Wenn Hike jetzt genauso viel Aufmerksamkeit wie WhatsApp bekommt, dann steht dem Erfolg eigentlich nichts mehr im Wege. Alleine schon wegen der vielen Patzer und der Verschlossenheit des WhatsApp-Team könnte Hike ein richtiger Konkurrent werden. Wenn er es nicht schon ist.

Jetzt heißt nur noch ein wenig Geduld haben und darauf warten das die App im Store auftaucht. Und irgendwann, wird es auch eine angepasste Version für das iPad geben.

mfgcb

Hike Logo: © by Hike

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.